Geschichte der Rasierapparate
Die Geschichte der Rasur und der Rasierapparate ist lang und reicht bis in die Anfänge der Menschheitsgeschichte zurück. Damals wurden überstehende Barthaare von den Männern durch Absengen mit glühenden Holzstäbchen in Form gebracht oder auch mit geschliffenen Muschelschalen und scharfkantigen Feuerstein- oder Obsidianklingen abrasiert.
Erst ab der mittleren Bronzezeit verwendeten Männer geschliffenes Metall zur Rasur, wobei die Formen der
Apparate variierten und ein Rasiermesser je nach Abnutzung und Material auch den Stand seines Besitzers nach außen hin zeigte.
Die Römer dann grenzten sich durch ein vollkommen glatt und sauber rasiertes Gesicht von den verhassten, bärtigen Barbaren ab. Sie legten viel Wert auf ihr zivilisiertes Aussehen.
Die Franken verhielten sich ähnlich und und entfernten ihre Bartpracht vollständig bis auf einen prächtigen Schnurrbart, währenddessen die Lombarden stolz waren auf ihre langen Bärte. Durch die neuen Trends der ganz- oder nur halbrasierten Gesichter entstand auch der Berufsstand der Barbiere, die im 13. Jahrhundert mit dem Entstehen von Badehäusern Ansehen erlangten und zur Institution wurden. Dort wurden Methoden wie das Aufweichen der Barthaare durch heißen Wasserdampf oder das Rasieren mit Seifenschaum, das Schaumschlagen, angewandt.
Nach einer längeren bartfreien Phase kamen Anfang des 16. Jahrhunderts wieder Bärte in den verschiedensten Formen in Mode. Im Barock wurde parfümiert, gepudert, gewachst und gelockt, um die Pracht einzigartig erscheinen zu lassen. 200 Jahre später dann verbot die Mode der weißen Allonge-Perücken das Tragen eines dunklen Bartes.
Im 19. Jahrhundert war eine tägliche, selbst ausgeführte Rasur noch unüblich, der Barbier übernahm diese Aufgabe einmal pro Woche, da Bartstoppeln keineswegs als ungepflegt galten. Aus Zeit- und Kostengründen änderte sich dies jedoch rasch. Nachdem die Trockenrasur viele Jahre kaum beachtet wurde, stieg die Zahl der Anwender jedoch rapide in den 1950er Jahren mit dem Auftauchen von Elektrorasierern. Außerdem erhöhte sich im Verlauf dieses Nachkriegsjahrzehnts die Rasurfrequenz deutlich auf durchschnittlich sechs Rasuren pro Woche.